Fachtag Jugendkultur 2020 - Stadtjugendring Augsburg


Fachtag Jugendkultur

Der FACHTAG JUGENDKULTUR ist ein eintägiges Netzwerk- und Weiterbildungsevent, auf dem aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Jugendarbeit erörtert und beleuchtet werden.

Der Fachtag fand bisher zwei Mal statt und gibt Aktiven, die haupt- und ehrenamtlich in der Jugendarbeit tätig sind, die Gelegenheit Trends und Problemstellungen zu diskutieren und Lösungsansätze in ihren Berufsalltag zu integrieren. Vorträge und praxisorientierte Workshops mit Expert*innen, Diskussionen, die das Publikum explizit mit einbeziehen und Ergänzungsformate, wie z. B. Live-Konzerte oder Ausstellungen, machen den Fachtag Jugendkultur zu einer kurzweiligen und über den Tellerrand hinausblickenden Veranstaltung.

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2020: Fachtag Jugendkultur „Deutschrap in der offenen Jugendarbeit“

Der Fachtag Jugendkultur 2020 fand aufgrund von COVID-19 am 22. Oktober 2020 digital statt. Die Videos wurden im Kesselhaus Augsburg aufgenommen und live via YouTube übertragen. Bis zu 81 Zuschauer*innen verfolgten den Stream zeitgleich. Die Veranstaltung des Stadtjugendring Augsburg ist in Zusammenarbeit der Referentin Jugendkultur mit Kolleg*innen der Region Mitte, der Region Ost und dem Arbeitskreis Gender konzipiert und umgesetzt worden.

Deutschrap in der Offenen Jugendarbeit

Authentisch oder einfach nur diskriminierend? Muss ich erst den Kontext begreifen, wenn von „Bitch“ die Rede ist? Prallen schlicht Generationen aufeinander? Ist es egal, wenn Jugendliche sexistische, rassistische oder antisemitische Texte hören? Gibt es Grenzen? Oder können wir Deutschrap auch für die Offene Jugendarbeit als Aufhänger für bestimmte Themen oder als Zugang zu den Lebenswelten Jugendlicher nutzen? Ein Fachtag zum Thema Rap in der Jugendarbeit mit Workshops, Vortrag, Diskussion, Ausstellung und Live Act.

Ziel des Fachtags war es, einen fachlichen Einblick in die viel diskutierte Welt des Deutschraps zu geben. Vor allem aber wurde an diesem Tag geklärt, wie in der Offenen Jugendarbeit mit Deutschrap und damit einhergehenden Themen wie z. B. Sexismus, Antisemitismus, Rassismus, etc. auch aus politischer Bildungsperspektive umgegangen werden kann. Mit dem Anspruch des Each-One-Teach-One-Ansatzes wurden mögliche Strategien und Empowerment-Ansätze aufgezeigt und diskutiert.

INHALTE

Workshop: „Fight the Power?“ Rap in der politischen Bildungsarbeit (90 Min)

"Hip-Hop hat mehr Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Nationalitäten vereint als sämtliche Politiker der Welt zusammen."  Afrika Bambaataa

Workshopleitung: Tabea Schneider / Johannes Uschalt, Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Der Workshop wurde an diesem Tag zweimal via Videokonferenz für je zwanzig Teilnehmende angeboten.

Von Anfang an war Rap und Hip-Hop explizit politisch, sei es im Sinne des Empowerment oder als Instrument dafür, um gerade Minderheiten eine gesellschaftliche Stimme zu geben.

Heute ist jedoch oft von den Problemen der Szene die Rede, wenn wir über Rap und Politik sprechen: Verschwörungstheorien, Homophobie, Sexismus und Antisemitismus tauchen aktuell in etlichen (auch sehr erfolgreichen) Rapsongs auf. In diesem Workshop wurden nicht nur Beispiele von politischem Rap vorgestellt, sondern es wurde an einigen exemplarischen Tracks gemeinsam überlegt, wie mit Jugendlichen über Probleme und Stärken von Rap-Texten gesprochen werden kann.

Die Präsentation zum Workshop wurde uns freundlicherweise von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt. Die Präsentation finden Sie hier zum Download:

Download: Workshop "Fight the Power" (Präsentation)

Workshop: Sprachsensibilisierung und -kompetenzförderung durch Rap (90min)

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Workshopleitung: Bryan Vit M.A. (Hip-Hop Künstler, Forscher, Pädagoge, Aktivist)

Zwanzig Teilnehmende nahmen an diesem Workshop via Videokonferenz teil.

Bei diesem Workshop ging es darum, Strategien vorzustellen, wie in Jugendhäusern mit Deutschrap Sprachsensibilisierung bzw. ein selbstkritisches Sprachbewusstsein gefördert werden kann. Deutschrap wurde dabei im ersten Teil als Konsumware betrachtet und damit Strategien für eine (sprach)kritische Konsumkultur im Jugendhaus in den Fokus gerückt. Metapragmatische Positionierung ("wie spreche ich über Sprache?") und eine Lernkultur im Sinne von 'Each One Teach One' sind hier zentral.

Im zweiten Teil wurde dann aus einer pädagogischen Perspektive das Potential der praktischen Seite von Rap betrachtet. Die omnipräsente Verankerung von Rap in der Lebenswelt der Jugendlichen und ihre Begeisterung für das Phänomen bietet die Möglichkeit, niederschwellige Angebote zu entwickeln, bei denen Jugendliche von bloßen Konsument*innen zu kreativen Akteur*innen werden und Selbstwirksamkeit erfahren. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Informationsgesellschaft in Bezug auf den Umgang mit Medien wird "Rapper*in-Sein" - mit allem was dazugehört – als Werkzeugkasten zum Erwerb von kulturellen Kommunikationskompetenzen verstanden. Die zentrale Frage lautete hier also: Wie können Jugendarbeiter*innen die Begeisterung der Jugendlichen für Rap als Konsument*innen in krea(k)tives Praktizieren fördern? Es wurden Strategien in der Zusammenarbeit mit Akteur*innen der lokalen Rap-Szene für Workshops, dem Bau und Umgang von Tonstudios und dem Organisieren von Rap-Events von und für Jugendliche vorgestellt.

Begrüßung des Geschäftsführers des SJR Augsburg Helmut Jesske & Grußwort des Kulturreferenten Jürgen Enninger

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Auf den Bildern v. l.: Kulturreferent Jürgen Enninger und SJR-Geschäftsführer Helmut Jesske

Hier geht's zum VIDEO: Begrüßung

Vorstellung der Ausstellung „Lieblingsrapper*innen“

Konzept & Workshopleitung: Christina Rösele (Pädagogin SJR)

Workshopteilnehmer*innen: Jugendliche aus den SJR-Einrichtungen der Region Ost

Die Stars der Deutschrapszene sind derzeit die ultimativen Vorbilder vieler junger Menschen. „Am krassesten beeindruckt mich Haftbefehl mit seiner Kriminalität und an Mert Abi finde ich toll, dass er Türke ist und es trotzdem geschafft hat berühmt zu werden. Loredana finde ich einfach geil - ich bin total verliebt in sie! Zu Frauenarzt würde ich sagen: ‚Yallah - lass Frauen suchen und...‘, weil ich einfach mag, dass er mit Frauen so gut umgeht. Samra und Capital haben einfach einen krassen Style!“ Schaffen es Rapper*innen, jugendliche Realitäten besser zu thematisieren als sonst jemand?

Die Ausstellung ist das Ergebnis vieler Diskussionen und Workshops mit jugendlichen Rap-Fans aus der Region Ost.

Vortrag: „Rap im Kopf. Wie Hip-Hop die Jugend prägt und spiegelt. Über Probleme und Chancen einer Subkultur.“

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Referent: Philip Röltgen aka Daily Phil, Event-, Artist- und Tourmanager, Moderator, Blogger, (Sub-)Kulturaktivist. Daily Rap. Hood Love. Kulturamt Augsburg.

Aus dem Untergrund in die Charts, von der Subkultur in den Mainstream. Hip-Hop und Rap haben sich seit seiner Entstehung in den 80ern stark gewandelt. Was aber bleibt und wächst, ist der unbestreitbare Einfluss von Rap auf die Jugend. Als inhaltsstärkste Musikrichtung hat Hip-Hop schon immer erzieherischen Charakter gehabt, der in der heutigen digitalisierten Welt scheinbar in seiner Vielseitigkeit und Reichweite außer Kontrolle geraten ist. Wer junge Menschen verstehen und erreichen will, kommt also an Rap nicht vorbei. Welchen Einfluss hat Rap auf die Charakter- und Lebensbildung von jungen Menschen, wie wirken die Texte, was bewirken die Künstler*innen als Vorbilder, welche Probleme gibt es und welche Chancen entstehen daraus für das Verständnis und die Zugänglichkeit zur Generation Rap?

Hier geht's zum VIDEO: Vortag

Live-Act: Rubi

Fachtag Jugendkultur 2020 - Stadtjugendring Augsburg

Rubi ist Augsburgerin, 20 Jahre alt und macht seit eineinhalb Jahren leidenschaftlich Rap. Shake. Shake. Shake den Booty zu dem Flow.

Hier geht's zum VIDEO: Rubi (Liveact)

Diskussion: Verantwortung der Künstlerin / des Künstlers für die Hörenden. Deutschrap in der Offenen Jugendarbeit

Fachtag Jugendkultur 2020 - Stadtjugendring Augsburg Fachtag Jugendkultur 2020 - Stadtjugendring Augsburg

Diskutant*innen: Sophie Te, Rubi, Philip Röltgen, Benjie, Das Ding ausm Sumpf

Moderation: Bryan Vit

Zum Tagesabschluss stellten wir uns gemeinsam mit Rapper*innen aus Augsburg und München in einer Diskussionsrunde die Frage, wie viel Verantwortung die / der Künstler*in selbst für die Hörenden hat. Wie beeinflusst Rap die Gedanken, die Entwicklung und den Sprachgebrauch junger Menschen? Wir setzten uns auseinander mit dem schmalen Grat zwischen der künstlerischen Freiheit und der Funktion als Vorbild. Gemeinsam wollten wir so einen wichtigen Beitrag sowohl für die Selbstreflexion der Rapper*innen als auch Anstöße zu einer Förderung von Sprachsensibilität in der pädagogischen Praxis leisten.

Hier geht's zum VIDEO: Diskussion

2019: Fachtag Jugendkultur „Einblick in die Szenen der Jugendkultur“

Am 6. November 2019 kam Klaus Farin nach Augsburg, um den ersten Fachtag Jugendkultur des Stadtjugendrings abzuhalten. Der Schriftsteller und Lektor gilt vor allem im Bereich der Jugendkultur als ausgewiesener Experte. Mit Gleichgesinnten gründete er in Berlin 1998 das Archiv für Jugend­kulturen. Seit 2019 trägt er das Bundesverdienstkreuz, ist Vor­standsvorsitzender der Respekt! Stiftung und weiterhin auf Vortragsreisen im deutsch­sprachigen Raum unterwegs. Mitarbeitende der Einrichtungen des SJR bearbeiteten mit Klaus Farin tagsüber das Thema „Jugendkultur in der Augsburger Jugendarbeit“. Neben allgemeinen Fragen zu aktuellen jugendkulturellen Strömungen wurden auch spezifische Thematiken in den einzelnen Häusern besprochen. Am Abend gab Farin bei einem öffentlichen Vortrag im Jugendhaus villa des SJR Einblick in die Szenen der Jugendkultur und sprach über den wesentlichen Unterschied zwischen Jugendkultur und kultureller Jugendbildung.

Für Rückfragen und weitere Informationen:

Stadtjugendring Augsburg
Referentin für Jugendkultur
Tel: 0821/4502662
E-Mail: jugendkultur@sjr-a.de