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Band des Jahres wird 20! - Süddeutschlands größter und ältester Nachwuchswettbewerb feiert Jubiläum

Ungebrochen ist die Beliebtheit des Projektes, das 1985 vom Stadtmagazin Szene ins Leben gerufen wurde und bis auf 1990 jedes Jahr stattfand. Nach 20 Jahren haben über 1000 Bands teilgenommen, für die die Vorentscheidungen oftmals den ersten Schritt aus dem Proberaum heraus bedeuteten.

Klangvolle Namen, wie
Nova International, Anajo, Killerpilze, Les Must (heute Cosmic Casino), Die Herren Polaris oder The January Flake - die alle heute noch erfolgreich aktiv sind - entwickelten sich, Musikgruppen der verschiedensten Stile wurden zum Markenzeichen des Wettbewerbes, der sich von Jahr zu Jahr auch qualitativ steigerte.

Etwa zwanzig Gruppen meldeten sich 1988 zu den ersten Live-Vorentscheidungen, die im Clochard (heute Kerosin), der Kreßlesmühle und in Theo’s Ratzkeller gut besucht waren.

Der erste Sieger wurde 1986 allerdings noch mit einer Postkartenaktion ermittelt. Über 1000 Einsendungen stapelten sich in der Redaktion. Der damalige Chefredakteur Arno Löb hatte die Idee dazu. Am Ende gewannen die Hyde Parkas, eine Mod-Band ganz im Trend der damaligen Musikszene
liegend, das Rennen um den Titel als erste Augsburger Band des Jahres, ein Jahr später gefolgt von On The Rox, wo Alaska Winter und Markus Mehr aktiv waren.

Ein Jahr später, also 1988, hatte Walter Sianos, damals noch Verlagskaufmanns-Azubi in der Szene die Idee, den Sieger per Konzerte zu ermitteln und so organisierte er den ersten Live-Wettbewerb, der heute noch in dieser Form mit einer Jury aus den unterschiedlichsten Bereichen des Musikbusiness und der Kultur stattfindet.

Mit dem Stadtjugendring nahmen die BDJ-Organisatoren 1999 zudem einen kompetenten Partner mit reichlich Erfahrung aus dem Mammutspektakel x-large mit ins Boot, mit dessen Hilfe auch die Idee eines Finales auf der Freilichtbühne am Roten Tor Wirklichkeit wurde.

Die gemeinsame neuere Geschichte gibt es hier nachzulesen.



Die Jury: 20 Ohren hören mehr als zwei

Eine Frau und neun Männer ermitteln aus den teilnehmenden Bands der Vorentscheidungen fünf Finalteilnehmer, die im Februar 2007 im Ostwerk spielen werden.

Jeweils vier Mitglieder der Jury sind an jedem Abend anwesend und füllen
Fragebögen zu den verschiedenen Bewertungskriterien aus. Dabei werden Punkte zwischen 1 und 10 vergeben und am Ende zu einer Gesamtpunktzahl addiert.


Die Bewertungskriterien

Sieben Kategorien stehen der Jury zur Verfügung, um die Performance der teilnehmenden Bands in den Vorausscheidungen genau unter die Lupe zu nehmen.

Die wichtigsten Eigenschaften einer guten und vor allem eigenständigen Band sollen dabei abgefragt werden. Komposition und Arrangements fallen in den ersten Block, der mit dem Begriff SONGWRITING überschrieben ist.
Bei SPIELTECHNIK können die Bands zeigen, was in ihnen steckt, ob sie John Frusciante an der Gitarre alt aussehen lassen oder eben doch noch nicht dem Proberaumniveau einer Schülerband entwachsen sind.
Der Bereich ORIGINALITÄT erfasst die Eigenständigkeit und Authentizität der Nachwuchsmusiker. Das Band-des-Jahres-Team sucht nicht nach dem hundertsten Nirvana-Verschnitt, sondern hier sind eigene Ideen und ein eigenständiger, einfallsreicher Sound gefragt.
Die BÜHNENPRÄSENTATION zählt bei den Vorausscheidungen mit zu den wichtigsten Kriterien für ein erfolgreiches Abschneiden. Wie gebt Ihr euch ”on stage”, werden Gitarren verbrannt, Kettensägen geschwungen,
oder wird einfach ein solider, runder Gig abgeliefert?
Nicht nur die Reaktion der mitgebrachten Fans wird im Bereich PUBLIKUMSRESONANZ gewertet, sondern auch der Eindruck auf alle übrigen Zuschauer fließt mit ein. Diese sind meistens wesentlich schwerer zu überzeugen. Wer es dennoch schafft, sammelt Pluspunkte.
Ganz neu in der Bewertungsreihenfolge sind die MARKTCHANCEN. Neben der potentiellen Verkaufbarkeit des Sounds steht hierbei im Vordergrund, wie gut sich das Jurymitglied die Band als Repräsentanten für Augsburg auch auf auswärtigen Bühnen vorstellen kann.
Zu guter Letzt kann jedes Jurymitglied unter dem Stichwort GESAMTEINDRUCK noch einmal ganz subjektiv seine Meinung über die eben gehörte Combo kundtun, bevor alle Einzelpunkte zu einem Ergebnis zusammengezählt werden.

Leider können nur die fünf Bands mit der höchsten Punktzahl das Finale spielen, doch auch für alle anderen teilnehmenden Gruppen bietet sich in den Vorausscheidungen die Möglichkeit, ihren Sound einmal einem größeren Publikum vorstellen zu können.


Die Preise: Starthilfe und Rundumbetreuung

Ganz besonders viel Wert legen die Organisatoren jedes Jahr auf die Preise. ”Eine CD-Produktion zu gewinnen, ist heute nicht mehr unbedingt eine große Sache”, erzählt Walter Sianos von der Idee, den Bands neue Anreize für eine Teilnahme am Band-des-Jahres-Wettbewerb zu schaffen. Dabei stand vor allem im Vordergrund, den Gruppen eine praktische Starthilfe und Infrastruktur zu geben, die sie für die weitere Entwicklung fit machen soll. Neben dem obligatorischen Studioaufenthalt für den Gewinner darf deshalb der Sieger mit einem Rundum-Paket rechnen.

Das Paket soll aus einer kompletten CD-Produktion, einem Workshop, einer kleinen Tour durch Süddeutschland, 50 Band-T-Shirts und Buttons bestehen.
”Das ist mit Sicherheit eine gute Sache, denn gerade die Auftrittssuche gestaltet sich bei vielen Bands immer sehr schwierig”, erklärt Walter Sianos. Die Tour soll nur kurze Zeit nach dem Finale stattfinden, um den ”Vibe” des Wettbewerbes hinüberzuretten. Diverse Veranstalter haben sich bereits jetzt bereit erklärt, ihre Clubs für die Augsburg-Connection zur
Verfügung zu stellen.


Alle Gewinner seit 1986

1986 The Hyde Parkas
Waren damals die Schulballkönige der Stadt und lösten mit ihrem Mod-Beat eine Art Quadrophenia in Augsburg aus.

1987 On The Rox
Ebenfalls alte Bekannte in der Musikszene, die beide heute noch aktiv sind: Alaska Winter (Echolotstudio) und Markur Mehr (Pavian, Aroma) spielten bei den damaligen Gitarren-Poppern mit.

1988 Real Deal
Die Meldodic-Rocker um den heutigen Landtagsabgeordneten Linus Förster waren die erste Siegerband, die live und mit Jury ermittelt wurde.

1989 Erwin & The 2 Days
Die Avantgarde-Kapelle Anfang der Neunziger. Ihr Sound ist am ehesten als destruktiver Pop zu beschreiben, eben Lärm, Pop und Krach auf hohem Niveau!

1990 Neurocil
Ausgefallenes Trio mit Schlagzeugerin! Englisch angehauchter Psychedelic-Rock, kamen damals aus dem Nichts und gewannen völlig überraschend.

1991 Filbert Screams
Tanzbares der Marke James Brown. Filbert Screams brachten den Funk zurück in die Stadt! Bekanntestes Filbert-Mitglied war Pegulan, der heute noch zu seinen Überraschungsabenden ins Pavian lädt!

1992 Les Must
Einer der hochkarätigsten Preisträger. Songs, wie ”Gras” oder ”The Song Not The Singer” bleiben unvergessen. Sänger Rich und Gitarrist Thoeni sorgen heute unter dem Namen Cosmic Casino für Furore.

1994 Cherry Barb
Crossover in seiner Blütezeit. Sie wären die ideale Vorband der Chili Peppers gewesen. Haben sich 1998 aufgelöst.

1995 Sandvic
Pop-Core auf spielerisch höchstem Niveau. Dazu eine Stimme zwischen Lemonheads und Soul Asylum, leider viel zu früh aufgelöst.

1996 Kapelle Radegundis
Die aus dem Umfeld des Hutpferdemänner-Frontmanns Uli Tsitsos entstandene Band machte eingängige Indierock-Nummern mit unverwechselbarem Charme und gewann in der ausverkauften Rockfabrik.

1997 Different Art
Die Industrial-Jünger vereinten in technischer Perfektion moderne Samplerelemente mit harten Gitarrenriffs und aggressivem Gesang.

1998 Mary Go Round (jetzt Nova Int.)
Wussten schon im smarten Alter mit zuckersüßen Refrains und poppigem Sound sowie einem überragenden Frontmann in der Rockfabrik zu überzeugen.

1999 Kosmos
Waren die erste HipHop-Band, die den Wettbewerb vor einer umwerfenden Kulisse in der Freilichtbühne gewinnen konnte.

2000 Anajo
Gewannen im 2.(!) Anlauf ”Band des Jahres” und entwickelten sich bundesweit zum bekanntesten Pop-Vertreter Augsburgs.

2001 Amok Petersen
Überzeugten mit melodiösem Gitarren-Rock die Jury und spielten vor einer Rekordkulisse (über 3000 Zuschauer) beim Finale, das anlässlich des X-Large-Festivals 2001 stattfand.

2002 Pint (jetzt Enfold)
Lange Jahre hatte es geheißen, eine ”harte Band” hätte keine Chance beim Wettbewerb. Mit Pint (heute Enfold) gewannen 2002 Vertreter der härtesten Sorte den Wettbewerb.

2003 The January Flake
Neben Band des Jahres feierten die Alternative-Rocker auch einen beachtlichen 2. Platz beim Münchner ”Sprungbrett”-Wettbewerb im Feierwerk. Das Finale fand erstmals als Open-Air am Eiskanal statt.

2004 Die Herren Polaris
Beeindruckten mit filigranem Deutsch-Pop und gewannen 2005 den John Lennon Talent-Award. Tourten bereits durch die ganz Deutschland, Tschechien und Polen.

2005 Killerpilze
Die absoluten Shooting-Stars. Gleich nach dem Finalsieg unterschrieben die vier Punkrocker einen Majordeal bei Universal und seit dem geht es mit den vier Youngstern steil nach oben!



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